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Die Grafen von der Leyen besaßen in Bernkastel einen Keller, oder eher ein Verwaltungsgebäude mit großen Weinkellern. Das Haus wurde durch die Familie von der Leyen in zwei Perioden erbaut. Im Jahr 1665 das Hofgebäude mit den großen Kellern und 1679 das Haushaltshaus. Der Erbauer ist wahr- scheinlich im trierischen Kurfürsten und Erzbischof Carl Caspar von der Leyen (1652 - 1676) zu suchen, der um die Zeit der Erbauung im Kurstaat regierte. Von ihm rühmt die Geschichte, daß er nach dem 30jährigen Krieg (1618 - 1648) das Land wieder tatkräftig aufbaute. In dieser Kellnerei strömten die Zehn- ten zusammen und hier wurden auch die vielfältigen Abgaben erhoben. Daher führt die Straße, an der das Hofhaus liegt, noch heute den Namen Hebegasse.

Am 29. April 1733 wies der Senat den Antrag des Grafen von der Leyen auf Gewährung von 100 Kaasen (Eichbäumen) aus dem Stadtwald zur Errichtung eines Neubaus "Zur Zierde der Stadt" ab, weil das kurfürstliche Einver- ständnis noch ausstand. Als Verwalter des Grafen von der Leyen`schen Gutes stellt Schöffe Moritz am 22. Juni 1757 die Frage, ob seine Herrschaft nicht im Schroden billiger als bisher gehalten werden könne. Dies wurde aber wegen Nichtanwesenheit des Stadtschultheißen nicht beraten. Nach Befragung des Stadtschultheißen lehnte der Senat am 25. Juni 1757 das Gesuch des Leyen`schen Gutes ab.

Um die Wende des 18. Jahrhunderts stand Valentin Schwarz als Hofmann oder Kellner dem Leyen`schen Hause vor, der in den Jahren 1790 bis 1797 auch Stadtvizeschultheiß war. Als er am 17. August 1797 dem Maire und Vor- sitzenden des Stadtvorsitzenden des Stadtrats Nikolaus Friderici weichen mußte, verwaltete er weiter das Leyen`sche Weingut und die Kellerei. In der Folge blieb auch die Familie Schwarz im Besitz des Hofhauses in der Hebegasse. Johann Schwarz, ein unverheirateter Sohn das Vizestadt- schultheißen, bewohnte das Haus bis um 1860. Dann kam es an den Weinhändler Peter Hauth aus Wehlen. Von diesem erwarb es 1903 der Wirt und Kaufmann Franz Popp und dessen Ehefrau Maria, geborene Phillips, die dem Anwesen den Namen Doctor-Weinstube gaben. Kein passenderer Name konnte gewählt werden, als ihn die Geschichte rechtfertigte. Die Grafen von der Leyen als Erbauer und erste Eigentümer des Hauses waren ja die Besitzer großer Weingüter, darunter auch des Doctorberges.  In den geräumigen Kellern dieses Hofhauses haben schon in den früheren Jahrhunderten die edelsten Tropfen der Moselweine gelagert.

                            (Aus: Franz Schmitt; Bernkastel im Wandel der Zeit)

Lassen Sie sich in der historischen Atmosphäre der Doctor-Weinstube mit unserer herzlichen Gastlichkeit verwöhnen. Genießen Sie auch heute noch den Doctor-Wein umgeben vom Charme der vergangenen Jahrhunderte.